12 Dinge, die du in der Klinik filmen solltest, bevor du nach Hause gehst
- Filme Gesichter, nicht nur das Baby — deine Reaktion und die deines Partners oder deiner Partnerin sind die Geschichte
- Wackeliges, emotionales, unperfektes Material ist das Material, das du am meisten schaetzen wirst
- Such dir 4 oder 5 von dieser Liste aus. Du schuldest niemandem alle 12.
Es ist da. Es ist wirklich da.
Du hast gerade etwas Grosses geschafft. Ihr beide. Und jetzt ist ein winziger Mensch im Raum, den es gestern noch nicht gab und der die kleinsten Haende hat, die du je gesehen hast.
Du musst nicht alles filmen. Du musst gar nichts filmen. Aber wenn du willst — hier sind 12 Momente, die es wert sind, festgehalten zu werden, bevor du diesen Raum verlaesst.
Such dir aus, was sich richtig anfuehlt. Es gibt heute keine falsche Antwort.
1. Sein Gesicht. Genau jetzt.
Du wirst vergessen, wie es in der ersten Stunde genau aussah. Jeder vergisst das. Das Gesicht veraendert sich in den ersten 48 Stunden so schnell, dass diese Version — die, die du gerade anschaust — verschwunden sein wird, wenn du zu Hause ankommst.
Zehn Sekunden. Mehr braucht es nicht.
2. Die winzigen Details.
Haende. Fuesse. Ohren. Die Kurve der Nase. Das werden in einem Jahr deine Lieblingsaufnahmen sein.
Geh nah ran. Fuelle den ganzen Bildschirm mit einer Hand. Du wirst erstaunt sein, wie klein sie waren.
3. Das erste Halten.
Wer auch immer das Baby zuerst haelt — filme es. Hautkontakt. Das Gewicht. Die Art, wie alles im Raum stehenbleibt.
Du brauchst vielleicht jemand anderen, der das filmt. Dein*e Partner*in, die Hebamme, deine Mutter. Frag. Sie werden froh sein, dass du gefragt hast.
4. Dein Gesicht, als du es zum ersten Mal siehst.
Nicht das Baby. Du.
Deine Reaktion gehoert zu dieser Geschichte. Der Schock. Die Traenen. Das Lachen, mit dem du nicht gerechnet hast. Das ist das Material, das dich in zehn Jahren umhaut.
5. Das Klinikzimmer.
Ein langsamer Schwenk. Zehn Sekunden. Das reicht.
Die Geraete. Das Baendchen an deinem Arm. Die Decken. Das seltsame Licht. Eines Tages wird sich dieser Raum anfuehlen wie der wichtigste Raum, in dem du je warst.
Du wirst dich erinnern wollen, wie er aussah.
6. Die Namensbaendchen.
Deins und das des Babys. Nebeneinander.
Das dauert drei Sekunden. Halte dein Handgelenk neben seines. Allein der Groessenunterschied wird dich fertigmachen.
7. Das erste Stillen.
Das ist ganz allein deine Entscheidung. Nur wenn es sich fuer dich gut anfuehlt. Nur das, was du zeigen moechtest.
Filme dein Gesicht. Filme sein Gesicht. Filme die Stille — den Raum, der still wird, waehrend etwas Uraltes und Instinktives passiert.
Oder filme es gar nicht. Das ist auch voellig in Ordnung.
8. Besucher treffen das Baby.
Sag ihnen nicht, dass du filmst. Ungestellte Reaktionen sind Gold wert.
Der Moment, in dem jemand durch die Tuer kommt und das Baby zum ersten Mal sieht — das Gesicht macht etwas, das man nicht kontrollieren kann. Das ist die Aufnahme.
9. Dein*e Partner*in.
Zehn Sekunden, wie er oder sie das Baby haelt. Mehr brauchst du nicht.
Die Art, wie sie nach unten schauen. Die Art, wie sie still werden. Die Art, wie ihre Haende riesig wirken um etwas so Kleines.
10. Das Wiegen.
Die Waage. Die Zahl. Der Gesichtsausdruck des Babys.
Ein kleiner Meilenstein — die erste Messung dieses neuen Menschen. Und sein Gesicht dabei ist meistens zum Schreien komisch.
11. Aus der Klinik gehen.
Filme von hinten. Einer von euch traegt das Baby. Der andere filmt den Gang ueber den Flur, durch die Tueren, hinaus in die Welt.
Das ist die Schlussaufnahme des groessten Tages deines Lebens.
12. Das Baby in der Babyschale.
Das Gefummel. Die Nervositaet. Das Klicken der Schnalle.
Keiner von euch wird wissen, wie die Babyschale richtig funktioniert. Ihr werdet beide auf dem Parkplatz googeln. Das ist das universellste Material, das du je aufnehmen wirst.
Filme alles. Einschliesslich der Versuche, bei denen es zweimal nicht klappt.
Warum es wichtig ist
Du wirst nie wieder in diesem Raum sein — nicht so.
Nicht mit genau diesem Baby, bei genau diesem Gewicht, mit genau diesen Namensbaendchen, und genau dieser Mischung aus Angst und Ueberwaeltigung und absolutem Verliebtsein.
Du brauchst keine professionelle Ausruestung. Du brauchst kein gutes Licht. Du brauchst keine ruhigen Haende.
Du musst nur auf Aufnahme druecken.
Auf den Punkt gebracht
Such dir 4 oder 5 von dieser Liste aus. Stress dich nicht wegen aller 12. Das Material, das zaehlt, ist das Material, das du tatsaechlich aufnimmst — wackelig, dunkel, verheult und trotzdem gut.
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